Cancer Center Zürich

Das Tumorzentrum des UniversitätsSpitals Zürich vereint die gebündelte onkologische Kompetenz der verschiedenen Organtumorzentren unter einem Dach. Es richtet sich nach modernsten Behandlungsstandards und verfügt über ein zentrales Daten- und Qualitätsmanagement.

Die Patientinnen und Patienten profitieren von fortschrittlichsten bildgebenden Verfahren und molekularen Gewebs­untersuchungen sowie von neuen chirurgischen Techniken und moderner Strahlentherapie.

Die Behandlung von fortgeschrittenen Krebserkrankungen entwickelt sich rasant. Durch die grosse Zahl klinischer Studien am Cancer Center Zürich werden neue Verfahren und Medikamente frühzeitig zugänglich. Die Studien werden oft gemeinsam mit der Universität Zürich beziehungsweise der ETH sowie mit dem Zentrum für Klinische Forschung durchgeführt. Wesentliches Ziel eines umfassenden Cancer Centers ist der Aufbau einer tragfähigen Zusammenarbeit mit der Grundlagenforschung und die Realisierung von translationaler Forschung. Mindestens 5 % aller Patienten sollen in Studien eingeschlossen sein.

Die Fallzahlen zeigen eine stete Zunahme der Behandlungen von Patientinnen und Patienten im Cancer Center.

Primärfallentwicklung Cancer Center Zürich

Das Cancer Center Zürich und seine zehn Kompetenzzentren sind nach den strengen Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft seit 2013 zertifiziert.

Qualitätssicherung über Tumorboards

Zentrale Qualitätsanforderung einer ganzheitlichen, multidisziplinären Patientenversorgung sind die wöchentlichen Tumorboards. Hier wird individuell für jede einzelne Person die optimale Behandlung und gegebenenfalls eine mögliche Studienteilnahme abgestimmt. Das Ziel ist, dass über 95 % aller Patienten prätherapeutisch und bei Bedarf mehrmals im Tumorboard vorgestellt werden.

Das Leben mit einer Krebserkrankung stellt Patienten/Patientinnen und die Angehörigen vor vielfältige Herausforderungen und ist häufig mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Eine gute und umfassende Beratung und Unterstützung von Anfang an ist daher sehr wichtig, um Betroffene im Umgang mit diesen Herausforderungen zu unterstützen.

In Ergänzung zur ärztlichen Sprechstunde bietet das Cancer Center für Betroffene seit Juni 2015 eine ambulante onkologische Pflegesprechstunde an. Hier ist Raum und Zeit für Austausch und individuelle Beratung im Zusammenhang mit pflegerischen und psychosozialen Themen. Spezialisierte Onkologie-Pflegefachpersonen beraten Patientinnen und Patienten zu ihrer Therapie und zum Umgang mit unerwünschten Wirkungen sowie in Fragen zur Bewegung und Ernährung. Im Jahr 2016 wurden 228 persönliche und 12 telefonische Beratungen durchgeführt.

Dank der engen Zusammenarbeit mit Fachärzten der Komplementärmedizin, mit der Ernährungsberatung, der Psychoonkologie, dem Sozialdienst, der Krebsliga und der sexualmedizinischen Sprechstunde können Patienten auf Wunsch unkompliziert weitergeleitet werden.

Über das Distress-Thermometer wird gescreent, ob Patienten ein psychoonkologisches Gespräch benötigen. Die Screeningrate liegt aktuell bei etwa 40 %. Knapp 20 % erhielten eine Beratung; von diesen gaben rund 73 % an, dass das Gespräch hilfreich war. In den vergangenen Jahren wurden vielfältige Massnahmen zur Erhöhung der Psychoonkologie-Screening-Rate eingeführt. Dennoch liegt sie noch nicht auf dem geforderten Niveau. Hingegen hat sich die Betreuungsquote durch den Sozialdienst in den letzten Jahren auf einem zufriedenstellend hohen Niveau einpendelt.

Die Datenerhebung für das Register aller Organzentren besorgt ein Team von Datenmanagern unter Leitung der Dachorganisation des Tumorzentrums. Dieses Team steht in engem Austausch mit den fachverantwortlichen Koordinatoren der Organzentren. So werden die erforderlichen qualitativen Kennzahlen für die Fachzertifizierung generiert und fortlaufend validiert.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen einen Überblick mit ausgewählten Zahlen aus allen Organzentren. Die Sollvorgaben für die medizinische Versorgung wurden weitgehend erfüllt oder übertroffen.

Quelle: Cancer Center Zürich, Prof. Dr. med. Rolf Stahel, Dr. Ulrike Sandner

Brustzentrum

Soll Ist
Primärfälle > 100 166
davon operierte Fälle 152
Revisionsoperationen < 5 % 5.3 % [8/152]
Vorstellung Tumorkonferenz > 95 % 100 % [166/166]
Sozialdienst 65 % [108/166]
Psychoonkologische Betreuung 15 % [25/166]
Studienquote > 5 % 11 % [19/166]
Lokalrezidivrate (2012–2016) 1.9 % [15/800]

Revisionsoperationen

Soll Ist
< 5 % 5.3 % [8/152]

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Darmtumorzentrum

Soll Ist
Primärfälle (Kolon/Rektum) 30/20 76 [46/30]
davon operierte Fälle Kolon > 50 % 67 [39/28]
Revisionsoperationen Kolon < 10 % 8.6 % [3/35]
Revisionsoperationen Rektum 3.7 % [1/27]
Vorstellung Tumorkonferenz > 95 % 100 % (70/70)
Sozialdienst 56.6 % [43/76]
Psychoonkologische Betreuung 17.1 % [13/76]
Studienquote > 5 % 29 % [22/76]
Lokalrezidivrate (2015–2016) 1.5 % [2/130]

Revisionsoperationen Kolon

Soll Ist
< 10 % 8.6 % [3/35]

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Gynäkologisches Tumorzentrum

Soll Ist
Primärfälle/Gesamtfallzahl > 50 / > 75 79/110
davon operierte Gesamtfälle 75
Vorstellung Tumorkonferenz > 80 % 99 % [109/110]
Sozialdienst 66 % [73/110]
Psychoonkologische Betreuung 17 % [19/110]
Studienquote > 5 % 6 % [7/110]
Lokalrezidivrate (2012–2016) 15 % [62/401]

Vorstellung Tumorkonferenz

Soll Ist
> 80 % 99 % [109/110]

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Hauttumorzentrum

Soll Ist
Schnittrandkontrollierte Exzisionen von epithelialen Tumoren > 100 454
Invasive maligne Melanome > 40 179
Fälle mit kutanem Lymphom und seltene maligne Hauttumore 29
Operierte Fälle inkl. Schnittrandkontrollierte Exzisionen von epithelialen Tumoren 634
Rezensionsexemplar nach Nachblutungen < 3 % 1.3 % [8/634]
Fallbesprechung neu aufgetretener Metastasen > 95 % 97 % [98/101]
Sozialdienst inkl. Metastasen 19.3 % [54/280]
Psychoonkologische Betreuung inkl. Metastasen 13.6 % [38/280]
Studienquote malignes Melanom > 5 % 226 % [52/23]

Schnittrandkontrollierte Exzisionen von epithelialen Tumoren

Soll Ist
> 100 454

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Lungentumorzentrum

Soll Ist
Zentrumsfälle (davon Primärfälle) > 200 285 (252)
Anatomische Lungenresektionen > 75 135
Rezensionsoperationen (operative Primärfälle) < 10 % 5.9 % [6/102]
Vorstellung Tumorkonferenz (Primärfälle) > 90 % 90.9 % [229/252]
Sozialdienst (Zentrumsfälle) 45.3 % [129/285]
Psychoonkologische Betreuung (Zentrumsfälle) 16.1 % [46/285]
Studienquote (Primärfälle) > 5 % 15.1 % [38/252]
Lokalrezidivrate (NSCLC, 2011–2016) 16.8 % [106/632]

Rezensionsoperationen (operative Primärfälle)

Soll Ist
< 10 % 5.9 % [6/102]

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Prostatakarzinom­zentrum

Soll Ist
Primärfälle > 100 166
davon operierte Fälle 80
Revisionsoperationen 5 % [4/80]
Vorstellung Tumorkonferenz > 95 % 100 % [145/145]
Sozialdienst 6 % (10/166)
Psychoonkologische Betreuung 1.4 % [3/208]
Studienquote > 5 % 65 % [108/166]
Rezidivrate (2009–2016) 9.2 % [70/765]

Primärfälle

Soll Ist
> 100 166

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Kopf-Hals-Tumorzentrum

Soll Ist
Primärfälle > 75 150
davon operierte Fälle 76
Revisionsoperationen < 10 % 6.6 % [5/76]
Vorstellung Tumorkonferenz > 95 % 98 % [147/150]
Sozialdienst 38.7 % [58/150]
Psychoonkologische Betreuung 10 % [15/150]
Studienquote > 5 % 7.3 % [11/150]
Lokalrezidivrate (2013–2016) 13.1 % [44/336]

Revisionsoperationen

Soll Ist
< 10 % 6.6 % [5/76]

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Hirntumorzentrum

Soll Ist
Primärfälle > 100 162
davon operierte Fälle 135
Revisionsoperationen 2.2 % [3/135]
Vorstellung Tumorkonferenz > 95 % 96.3 % (156/162)
Sozialdienst 100 % [162/162]
Psychoonkologische Betreuung 17 % [28/162]
Studienquote > 5 % 22.8 % [37/162]

Primärfälle

Soll Ist
> 100 162

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Leukämie-, Myelom-, Lymphom-Zentrum

Soll Ist
Primärfälle + (Fälle) 220
Vorstellung Tumorkonferenz 99.6 % [219/220]
Sozialdienst 40 % [88/220]
Psychoonkologische Betreuung 24.6 % [54/220]
Studienquote 13.6 % [30/220]
Stammzelltransplantationen 2016 150
davon autologe 94
davon allogene 56

Vorstellung Tumorkonferenz

Primärfälle + (Fälle) Vorstellung Tumorkonferenz
220 99.6 % [219/220]

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