Herzzentrum Zürich

Das Universitäre Herzzentrum Zürich zählt zu den führenden Herzzentren der Schweiz. Die Kliniken für Kardiologie und Herz- und Gefässchirurgie arbeiten eng in Heart Teams zusammen. Experten beider Bereiche entscheiden gemeinsam über diagnostische und therapeutische Massnahmen bei Herzklappenerkrankungen, Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz.

Fallzahlen

In der Klinik für Kardiologie am USZ wurden 1’400 perkutane koronare Interventionen (PCI) gezählt, 315 waren es in den Aussenstationen in Lachen und Frauenfeld. Dazu kamen 462 Bypass-Operationen am USZ. Insgesamt wurden 2’177 Interventionen durchgeführt.

In der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie wurden insgesamt 1’800 Eingriffe durchgeführt. Im Jahr 2016 zeigte sich eine Zunahme aller Herzoperationen.

Herzoperationen im Jahresvergleich

Quelle: Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, Prof. Dr. med. Francesco Maisano, Prof. Dr. med. Michele Genoni

2016 2015
Andere Herzoperationen 135 149
Klappen-OP 138 58
Isolierte Klappen-OP 402 357
Aortokoronare Bypass-OP und andere 35 21
Aortokoronare Bypass-OP/Klappeneingriffe 71 67
Aortokoronare Bypass-OP/Klappeneingriffe und andere 38 16
Isolierte Aortokoronare Bypass-OP 353 293

Andere Herzoperationen

2016 2015
135 149

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Bei Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Mitralklappeninsuffizienz, einem Herzklappenfehler, bei dem die Mitralklappe nicht mehr richtig schliesst, kann die Mitralklappe bei hohem Mortalitätsrisiko bei konventioneller Operation mittels MitraClip TM minimalinvasiv rekonstruiert werden. Zur Behandlung einer schweren Aortenklappenstenose ist die katheterbasierte Aortenklappen-Implantation (TAVI) eine zugelassene Behandlungsmethode für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko einer konventionellen Operation. Entsprechend handelt es sich bei dieser Patienten-Kohorte um ein Hochrisikokollektiv mit anzunehmender hoher Komplikations- und Ereignisrate bei konventioneller Chirurgie. Die Anzahl katheterbasierter Implantationen von Aortenklappen und Mitralklappen-Clips ohne Eröffnen des Brustkorbs, die gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie durchgeführt werden, stieg erneut.

Fallzahlen Aortenklappen und Mitralklappen-Clips

Quelle: Universitäres Herzzentrum Zürich, Prof. Dr. med. Thomas Lüscher, Prof. Dr. med. Francesco Maisano

2016 2015 2014 2013 2012
TAVI 263 248 186 94 129
Mitralklappen-Clips 88 78 56 25 51

TAVI

2016 2015
263 248

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Mortalitätsraten

Trotz präventiver Massnahmen bleibt die koronare Herzkrankheit die wichtigste Ursache von Morbidität und Mortalität, auch in der Schweiz.

Akutes Koronarsyndrom:

Die Sterblichkeit bei akutem Koronarsyndrom lag für alle Patienten nach 30 Tagen bei 6.7 %. Dabei ist relevant, ob Patienten bereits ausserhalb des Spitals reanimiert, intubiert oder mit kreislaufaktiven Medikamenten vorbehandelt wurden. Die Mortalitätsraten unterscheiden sich, wie dies nachfolgende Tabelle widerspiegelt. Die Aufschlüsselung von Patienten in solche mit akutem ST-Hebungsinfarkt/STEMI) und akutem Nicht ST-Hebungsinfarkt/instabiler Angina Pectoris in stabilem Zustand zeigt im Vergleich zu verschiedenen Registern in Europa eine sehr gute Rate. Patienten mit kardiogenem Schock oder mit Reanimation wiesen eine deutlich höhere Mortalitätsrate auf.

Mortalitätsrate nach 30 Tagen

Quelle: Klinik für Kardiologie, Prof. Dr. med. Thomas Lüscher

2016 Fallzahl Mortalität % Referenz
Alle Patienten 800 6.7 %
davon alle STE-ACS-Patienten 351 12.0 %
davon STE-ACS-Patienten ohne REA/kardiogenem Schock 288 1.0 % 6-14 %
davon alle NSTE-ACS-Patienten 449 4.9 %  
davon NSTE-ACS-Patienten ohne REA/kardiogenem Schock 435 1.1 % 3–5 %
Alle Patienten ohne REA/kardiogenem Schock 723 1.1 %
Alle Patienten mit REA/kardiogenem Schock 77 59.7 %

Alle Patienten

2016
Fallzahl Mortalität %
800 6.7 %

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Referenz : Yeh RW, Sidney S, Chandra M, Sorel M, Selby JV, Go AS. Population trends in the incidence and outcomes of acute myocardial infarction. The New England Journal of Medicine 2010; 362 : 2155–65.

Das zeitnahe Timing der Reperfusionstherapie ist bei der Behandlung von Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) entscheidend. Zur Bewertung des Auftretens, der Dauer und der Auswirkungen von Zeitverzögerungen auf den Verlauf nach einer primären perkutanen koronaren Intervention bei akutem Koronarsyndrom wurden in der Klinik für Kardiologie 522 aufeinanderfolgende Patienten untersucht. Zwei Drittel waren Patienten mit STEMI, ein Drittel NSTEMI-Patienten und nur wenige hatten eine instabile Angina Pectoris. Dazu wurden vier verschiedene Zeitfenster festgelegt: erstens vom Symptombeginn bis zum Krankenhausaufenthalt, zweitens von der Ankunft im Krankenhaus bis zur Ankunft im Herzkatheterlabor, drittens von der Ankunft im Krankenhaus bis zur ersten Balloninflation (die sogenannte Door-to-Balloon-Time) und viertens von der Ankunft im Herzkatheterlabor bis zur ersten Balloninflation.

Insgesamt lag die mediane Door-to-Balloon-Time bei 90 Minuten, wie es die European-Society-of-Cardiology-Guidelines empfehlen. Zu Tageszeiten lag sie sogar bei 70 Minuten, was als sehr gut bezeichnet werden darf. Allerdings gab es auch Verzögerungen, die entsprechende Massnahmen erforderten. Patienten mit einer Verzögerung von über sechs Stunden in den vier Zeitperioden wurden getrennt analysiert, mögliche schwere, unmittelbare Komplikationen wurden nach 30 und 365 Tagen erhoben.

Gesamtmortalität der primären Herzoperationen:

Die Gesamtmortalität während der Hospitalisation der total 1’172 primären Herzoperationen lag im 2016 bei 5.1 % und damit leicht über dem europäischen Quality Improvement Programme (QUIP).

Dringlichkeit der primären Operationen

Herzoperationen am USZ sind zu einem hohen Anteil sehr dringlich. So zeigt die Abbildung xx, dass zwischen 30 und 40 % aller Eingriffe dringlich und notfallmässig sind. Diese Dringlichkeit der primären Operationen bedingt eine grosse Vorhalteleistung des Spitals. So braucht es immer freie Kapazität von OP-Sälen und IPS-Betten sowie eine hohe und schnelle Verfügbarkeit von Fachpersonen. Damit kann in kürzester Zeit eine hohe Kompetenz über 24 Stunden gewährleistet werden.

Dringlichkeit der primären Operationen

Quelle: Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, Prof. Dr. med. Francesco Maisano, Prof. Dr. med. Michele Genoni

2016
2015

Aufbau eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems in der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie

Die Klinik für Herz- und Gefässchirurgie hat entschieden, ihre Abläufe in den nächsten zwei Jahren noch gezielter zu systematisieren und weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck wird ein auf die Bedürfnisse der Klinik abgestimmtes Qualitätsmanagement-System aufgebaut. Gemäss Empfehlung der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) werden zudem systematische Qualitätsmessungen mittels Indikatoren eingeführt. Dadurch wird die Qualität nachgewiesen und die Wirksamkeit dokumentiert. Zusätzlich wird die kontinuierliche Verbesserung aller Aspekte der Klinik und deren Betrieb institutionalisiert. Projektverantwortlich ist der stellvertretende Klinikdirektor.